Facilitating bedeutet die Kunst zur Herausbildung von Kontakt, Fokus und Verbindlichkeit in Gruppen.

Facilitation ist die professionelle Prozessbegleitung einer Gruppe, um gemeinsam Potentiale zu identifizieren und nutzbar zu machen, Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme, die es in Unternehmen oder Gruppen aller Art gibt, zu finden, von allen getragene Handlungen zu planen und insgesamt die Gruppeneffizienz zu erhöhen.

Facilitating heißt wörtlich "Ermöglichen"

Damit dies gelingen kann, wird im Facilitation alles dafür getan, damit sich die Fähigkeit zur Selbststeuerung und zur Selbstorganisation in einer Gruppe entfalten kann. Dahinter liegt die Grundannahme, dass sämtliche Potentiale und alle Lösungen, die es braucht, um wirklich gute Entwicklungen und Veränderungen voranzubringen, in der Gruppe selbst liegen. Die Zahl der Teilnehmenden spielt dabei keine Rolle, gerade für Großgruppen eignet sich die facilitative Prozessbegleitung sehr gut.

Facilitatoren sind also die „Ermöglicher“, die Moderator*innen, die diesen Prozess professionell begleiten. Sie gestalten den methodischen, räumlichen und zeitlichen Rahmen, in dem eine Gruppe ihre jeweils eigenen, essentiellen Themen und Anliegen bearbeitet.

Kurz gesagt: der Facilitator ist für die Rahmenbedingungen des Gruppenprozesses verantwortlich, die Gruppe für die Inhalte.

Dadurch entsteht ein echter, lebendiger und tiefer Kontakt und Dialog zwischen allen Teilnehmenden. Die unterschiedlichen Perspektiven, Meinungen und Sichtweisen werden erfahrbar. Die kollektive Intelligenz der Gruppe kann sich entfalten. Entscheidungen und Vereinbarungen werden verbindlich. So unterstützen Facilitatoren Teams, Netzwerke und Organisationen darin, vorhandenes Wissen und Potenziale zu nutzen und konkrete Projekte voranzubringen.

Haltung

Von zentraler Bedeutung für den Gruppenprozess ist die klare Haltung des Facilitators, sein Vertrauen in sich selbst, vor allem aber das grundsätzliche Vertrauen in die Gruppe und ihr Potential. Die Facilitatorin ist von der Überzeugung geleitet, dass das, was die Gruppe gerade erlebt, genau das Richtige ist – auch und gerade dann, wenn es schwierig wird, wenn die Konflikte unlösbar scheinen oder wenn der Prozess andere Wege geht als geplant. Diese gelassene, entspannte Grundhaltung des Facilitators gegenüber dem Gruppenprozess ist eine entscheidende Voraussetzung für dessen Erfolg. Und natürlich braucht eine Facilitatorin neben Erfahrung gutes Rüstzeug und sicheren Umgang mit Methoden, die die Selbstorganisationsfähigkeit von Menschen unterstützt.

Kompetenzen des Facilitators

Damit der Gruppenprozess gelingt, braucht ein Facilitator Know-how und Wissen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Er/ sie muss in der Lage sein:

  • eine kooperative Beziehung zum Auftraggeber aufzubauen und auf Augenhöhe zu arbeiten, um gemeinsam kreativ zu werden
  • Gruppenprozesse zu planen und umzusetzen, die es ermöglichen, dass in einem gesicherten „Container“ Menschen sich zeigen, aufeinander zugehen und gemeinschaftlich Lösungen erarbeiten
  • Konflikte zu begleiten und Kreativität hervor zu locken
  • eine Gruppe in der zur Verfügung stehenden Zeit zu den von ihr definierten und gewünschten Ergebnissen zu führen

Ausbildung zum/ zur Facilitator*in

Die (berufsbegleitende) Ausbildung zum Facilitator an meiner Akademie dauert ein Jahr. Gemeinsam mit langjährigen Partner*innen und auf der Basis unserer spezifischen Erfahrung und Arbeitsfelder habe ich sie auf der Grundlage der internationalen Standards für Facilitation entwickelt. Die Ausbildung ist praxisbezogen und experimentell, wir arbeiten unter Einbeziehung von Kopf, Herz und Verstand. Eine gezielte Entwicklung von Körperempfinden und –bewusstheit zur Entwicklung einer facilitativen Präsenz, d.h. Nutzung unseres Körpers als Resonanzraum zur Ermöglichung eines vertieften Zugangs zu Intuition, Weisheit und den kreativen Potentialen der Gruppe ist ein wichtiger Grundpfeiler der Ausbildungszeit.

In die Ausbildung fließen systemische Ansätze der Beratungsarbeit, spezifische Ansätze und Methoden des Facilitating, Erkenntnisse aus dem Embodiment und der Großgruppenbegleitung mit ein. Wenn Sie mehr über die Ausbildung erfahren oder sich für den nächsten Kurs anmelden wollen, dann folgen Sie bitte dem Link.

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